Unsere Haut ist mehr als nur eine Hülle, denn sie atmet, reguliert und schützt uns. Besonders an den Stellen, an denen Stoff direkt und dauerhaft auf dem Körper liegt, gehen Textil und Haut eine enge Verbindung ein.
In den letzten Jahren hat sich Polyester still und leise auch in unsere Wäscheschubladen geschlichen. Oft merken wir das erst, wenn sich etwas nicht ganz richtig anfühlt. Das bringt uns zu einer essenziellen Frage, ob das Material, das uns beim Marathon hilft, wirklich dasselbe sein sollte, das wir im Büro oder auf dem Sofa tragen.
Der Mythos der Allzweck-Faser
Polyester ist eine faszinierende Erfindung. Es ist unverwüstlich, behält ewig die Form und trocknet in Rekordzeit. Für eine Regenjacke oder das Trikot beim Hochleistungssport ist das genial. Das Problem beginnt jedoch dort, wo wir diese Logik unreflektiert auf unseren intimsten Bereich übertragen. Denn was beim Sport ein Vorteil ist, nämlich die hermetische Abschirmung und die künstliche Struktur, wird im Alltag schnell zum Nachteil.
Das Mikroklima im Intimbereich
Der Intimbereich ist ein sensibles Ökosystem. Er verlangt nach Balance und nicht nach Isolation. Wenn wir den ganzen Tag auf synthetischen Fasern sitzen, riskieren wir einen Effekt, der an ein Gewächshaus erinnert. Körperwärme wird gestaut und natürliche Feuchtigkeit kann nicht entweichen. Es entsteht ein feucht-warmes Mikroklima. Das ist nicht nur unangenehm, sondern bringt die natürliche Flora der Haut aus dem Takt. Viele Menschen spüren das intuitiv durch ein diffuses Unwohlsein nach langen Tagen, Hitzestaus, die sich künstlich anfühlen, oder Haut, die schlichtweg nicht atmen kann. Es geht hier nicht um Panikmache vor Chemie, sondern um biologische Kompatibilität.
Zurück zur Natur: Warum wir Bio-Baumwolle wählen
Wir haben uns bewusst gegen den Trend der synthetischen Beimischung entschieden. Unsere Wahl fällt auf Bio-Baumwolle, und das hat einen einfachen Grund, nämlich Respekt vor der Physiologie. Baumwolle versucht nicht, den Körper zu optimieren, sondern unterstützt ihn. Sie atmet, indem die Faserstruktur Luft zirkulieren lässt. Sie reguliert, indem Feuchtigkeit aufgenommen und abgegeben wird, ohne zu stauen. Und sie ist ehrlich, also ohne statische Aufladung und ohne Plastikgefühl. Kombiniert mit einem minimalen Hauch Elastan für die perfekte Passform entsteht so Wäsche, die man vergisst, wenn man sie trägt, und zwar im besten Sinne.
Unser Fazit: Kontext ist alles
Wir verteufeln Polyester nicht. Wenn du deinen persönlichen Bestzeiten hinterherjagst, ist Synthetik dein Freund. Aber für die restlichen 23 Stunden des Tages, also im Alltag, im Schlaf und im Leben, verdient deine Haut ein Material, das sie nicht einsperrt. Unser Ansatz ist simpel, nämlich weniger Reizstoffe, mehr Atmungsaktivität und die Überzeugung, dass echte Qualität dort beginnt, wo man sie nicht sieht, aber jeden Tag spürt."